Guten Tag!

Es ist Zeit für etwas ganz Persönliches. Am 23. September 2018 hat die Lebensgefährtin meines Sohnes, Kristin, eine ebenso niedliche wie süße und vor allem gesunde Lilly Margaret auf die Erde gebracht. Die drei haben damit etwas bewirkt, worüber ich heute und wahrscheinlich noch eine ganze Weile staune: Ich bin Opa.

Im Buch Dortmund entdecken – 25 Stadtrundgänge (herausgegeben von Peter Döring, Ralf Ebert und Bärbel Posthoff, 2. überarbeitete Auflage, Essen, März 2000) ist ein Beitrag mit dem Titel Hörde by bike erschienen. Schon die Veränderungen in Hörde zwischen erster und zweiter Auflage des Buches waren bemerkenswert. Das gilt erst recht für die Entwicklung seit 2000. Ob diese positive oder negative Auswirkungen hatte, wird ganz unterschiedlich beurteilt. Mittlerweile gibt es den überarbeiteten und aktualisierten Text als stark illustrierte Broschüre vor, die heruntergeladen werden kann. Die Print-Ausgabe wird an vielen Stellen in Hörde – etwa  transfer. bücher und medien, Röstwerk, Foto Feldmann, Bibliothek, Bezirksverwaltungsstelle kostenlos angeboten. Wer diese zugeschickt haben möchte, schreibe bitte eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Über die Broschüre ist in den Ruhr Nachrichten (wie auch in WR und WAZ) dieser Artikel erschienen, in dem freundlicherweise steht, die Texte seien „launig geschrieben“. Die erste Auflage von 3000 Exemplaren ist vergriffen. Eine zweite, überarbeitete Auflage ist ebenfalls mit 3000 Exemplaren erschienen und kann heruntergeladen werden. Gegenüber der ersten Auflage ist der Titel verändert: Hörde eine Erkundungstour mit oder ohne Fahrrad. Einerseits haben überraschend viele, denen die Broschüre angeboten wurde, bike/Biker mitMotorrad/fahrer assoziiert. Andererseits erklärten ebenfalls nicht wenige, sie führen nicht Fahrrad und könnten insofern mit der Broschüre nichts anfangen. Dem haben wir mit dem neuen Titel Rechnung getragen. Denn Hörde lässt sich auch bei der Lektüre der Broschüre auf einer bequemen Couch gut kennenlernen. Die Fahrradroute ist ein wenig verändert worden, um starken Autoverkehr auf der Faß-, Willem-van-Vloten- und Weingartenstraße zu meiden. Sie führt aus diesem Grund auch über die Emscher.

Wer mit Wissenschaft zu tun hat oder hatte, ist ganz sicher von diesem Text amüsiert: Prof. Dr. Gert Ableiter, Festrede zur Eröffnung des Instituts für Zitierwirtschaft (IZB) an der Universität zu Köln.

Ansonsten lese ich gerne unterhaltsame und spannende Literatur. Hin und wieder bringe ich etwas zu Papier oder Bildschirm. Und da ich in den vergangenen Jahren viele Texte redigiert und korrigiert habe, ist es nicht ausgeblieben, dass mir auch bei der Alltagslektüre aufgefallen ist, wie – freundlich ausgedrückt – nachlässig der Umgang mit der deutschen Sprache in hiesigen Medien ist. Diesem Sachverhalt habe ich einen Text mit einem leider nicht sonderlich weit verbreiteten Motto gewidmet: „Schreiben Sie, was Sie meinen, sonst meine ich, was Sie schreiben.“ Es ist schon faszinierend, was in diesem Land sprachlich produziert wird. Seit einiger Zeit gibt es „selbstfahrende Autos“. Vom Latein- und Griechischunterricht am Staatlichen Altsprachlichen ehemals Königlich Preußischen Gymnasium Dortmund an der Lindemannstraße ist nicht allzuviel in meinem Gedächtnis geblieben. Aber dass „automobil“ nichts anderes heißt als „selbst beweglich“, weiß ich immer noch. „Auto“ ist zwar eine Abkürzung für „Automobil“, so dass ein „selbstfahrendes Auto“ nichts anderes wäre als ein „selbstfahrendes Selbst“. Aber, da Abkürzung, bedeutet es etwas so schön Unsinniges wie „selbstfahrendes Selbstbewegliches“.

Zum Jahresbeginn 2016 verbreiten die Ruhr Nachrichten Privates über den, unter anderem, Ex-Regierungspräsidenten von Arnsberg namens Gerd Bollermann, sorry Dr. Gerd Bollermann, der sich, als er diese Berufsbezeichnung noch führen durfte, vornehmlich als Professor Bollermann anreden ließ. Meine einzige Erinnerung an Bollermann, mit dem ich während meiner Ratszeit häufiger im selben Saal gesessen habe, ist, dass er im Rat immer betonen musste, was er äußere, sei „klar und deutlich“. Irgendwann hatte ich die Nase davon voll, habe mich gemeldet und gefragt: „Herr Bollermann, wenn Sie nicht ausdrücklich erklären, dass Sie etwas 'klar und deutlich' sagen und meinen, muss ich dann davon ausgehen, dass es unklar und undeutlich ist?“ Zwei bis drei Wortmeldungen später kommt Bollermann an die Reihe und Wolfgang Penning, CDU, ruft: „Aber bitte klar und deutlich!“ Es dauert keine zwei Sätze und Bollermann spricht diese Worte: „Ich sage das hier klar und deutlich.“ Es folgte, was es so selten bis nie vorher und nachher gegeben haben dürfte: Der Rat der Stadt Dortmund lag komplett vor Lachen unter dem Tisch. Außer Bollermann, der das ganz sicher nicht verstanden hat, obwohl es „klar und deutlich“ war.

Obwohl der Zeitraum, in dem ich kommunalpolitisch aktiv war, mehr als doppelt solange zurückliegt, wie er gedauert hat, werde ich auch heute hin und wieder gefragt: „Machen Sie noch Kommunalpolitik?“ Nicht wirklich ein Lob für die, die danach gekommen sind. Meine Antwort: „Wenn das so wäre, würden Sie es bemerken und müssten nicht fragen.“ Aber da ich mich eine ganze Weile nach dem Abschied hin und wieder kommunalpolitisch geäußert und neulich den Anstoß gegeben habe, eine nach einem politischen Verbrecher benannte Straße umzubenennen, ist die Frage vielleicht verständlich.

„Ich vermisse Ihre Leserbriefe.“ Diesen Satz habe ich in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Variationen („kritisch“, „bissig“) immer mal wieder gehört. Zuletzt von der Sekretärin der katholischen Kirchengemeinde, in der ich aufgewachsen bin. Dieses „Missing“ hat selbstverständlich einen Grund. Im Mai 2011 hat die Dortmunder Lokalredaktion der Ruhr Nachrichten einen ihrer Mitarbeiter für einen, nach meiner Beurteilung, Hetzartikel à la „Bild“ von der Leine gelassen, der am 01.06.2011 erschienen ist. Dieser handelt von Günther Zimmermann, einem „Sonderling“, der nach seinem Tod 4 Mio. Euro für gemeinnützige Zwecke hinterlassen hat. Aber in den RN wurde Zimmermann dafür nicht mit Lob, sondern mit Hektolitern Gülle überschüttet. Ich war nicht der Einzige, der sich dazu – nein, nicht kritisch geäußert, sondern in einem Leserbrief darüber aufgeregt hat. Allerdings hat der Schreiber, der behauptet hatte, einige zustimmende Briefe erhalten zu haben, nach weiteren zwei Wochen endlich einen Voyeur gefunden, der seinen Artikel prima fand – einen evangelischen Pastor aus Lütgendortmund . Dieser wurde praktisch unterstützt durch die Diakonie, die die Verteilung der 4 Mio. Euro übernommen hat, deren christliche Nächstenliebe jedoch damit erschöpft war, so dass sie den Verstorbenen nicht gegen die RN in Schutz nehmen konnte. Nein, sie wollte nicht. Schließlich wird die Diakonie Zeitung vom RN-Verlag produziert. Wer wollte da „protestantisch“ der RN-Redaktion kritisch kommen? Artikel-Schreiber und Redaktion fanden die Kritik sowieso nicht angebracht, sondern die Infamie gegenüber einem Toten, für den sich keine Verwandten mehr verwenden konnten, richtig gelungen. Da ich mit solchen Leuten nichts zu tun haben möchte, war und ist mein Name in den RN nicht mehr unter einem Leserbrief zu lesen. Und weil in Dortmund zwar drei Zeitungstitel angeboten werden, alle Lokalteile jedoch von den RN stammen, habe ich weder die Möglichkeit noch gibt es einen Sinn, mich gegenüber WR oder WAZ „kritisch“ oder auch „bissig“ zu äußern. Aber es gibt ja diese Webseite.

Auf dieser Webseite sind in verschiedenen Kapiteln Texte versammelt, die ich in den vergangenen Jahren produziert habe und die vielleicht die eine oder der andere (noch einmal) lesen möchte, weil das, was darin thematisiert wird, nach wie vor aktuell, interessant oder auch brisant ist.

Ich wünsche bei der Lektüre viel Vergnügen oder gute Unterhaltung – ganz bestimmt täglich gesichert durch einen Blick auf die Webseite http://www.der-postillon.com/.

Rückmeldungen sehe ich unter richard-kelber(at)online.de gerne entgegen.